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Leon Draisaitls Erfolgsgeschichte in der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga

NHL

Jetzt schon 50 Scorerpunkte: Draisaitl besser denn je

Leon Draisaitls Erfolgsgeschichte in der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL geht weiter. Nach einem weiteren Doppelpack steht der gebürtige Kölner nach nur 29 Spielen schon bei 50 Scorerpunkten. Draisaitl hat sich im Vergleich zur Vorsaison nochmal steigern können - nun sind für seine Edmonton Oilers endlich mal wieder die PlayOffs-Plätze realistisch.

Diese Durststrecke war ungewöhnlich für ihn: Sieben Spiele hatte Leon Draisaitl auf einen Treffer warten müssen. Die erste Schwächephase einer bisher überragenden Saison beendete der gebürtige Kölner, der in der NHL für die Edmonton Oilers stürmt, beim 3:2-Sieg gegen die Vancouver Canucks. Draisaitl steuerte zwei Treffer bei. 29 Spiele sind gespielt, das ist gut ein Drittel der Saison. Schon jetzt steht Draisaitl bei 50 Scorerpunkten, hat sich vor allem bei den Vorlagen (bisher 32) nochmals gesteigert. In der Vorsaison hatte Draisaitl insgesamt 50 Treffer und 55 Vorlagen beigesteuert.

Wirklich zufrieden war er trotz des Sieges aber nicht vollauf zufrieden. "Es war nicht schön. Aber niemand wird am Ende des Tages fragen, wie wir das Spiel gewonnen haben. Es sind zwei wichtige Punkte für uns", sagte Draisaitl. Der 24-Jährige wirkt unersättlich. Vor der Saison sagte er: "Ich habe noch viel Luft nach oben und werde nie mit mir zufrieden sein." Mit einem Fitnesstrainer trainierte er den Sommer durch, kämpfte sich auf Bergläufen oder beim Zirkeltraining ab. "Den Effekt spüre ich jetzt", sagt Draisaitl, der Sohn von Ex-Nationalspieler Peter Draisaitl. Das Eishockeyspielen lernte er einst bei den Kölner Haien und den Jungadlern Mannheim, bevor es nach Kanada ging.

Draisaitl wird als Vorlagengeber immer wichtiger

Die beiden größten Unterschiede zur Vorsaison: Draisaitl wird nicht nur als Torschütze, sondern vor allem auch als Vorlagengeber immer wichtiger. 32 Vorlagen steuerte er bei, das ist mehr als eine pro Spiel. Und: In dieser Saison läuft es nicht nur bei Draisaitl, sondern auch beim gesamten Team der Edmonton Oilers besser. Hinter dem Vorjahresmeister St. Louis Blues liegt Edmonton in der Western Conference auf Rang zwei. Die Playoffs, für die sich Edmonton nur einmal in den vergangenen 13 Saisons qualifizieren konnte, sind als Ziel absolut realistisch.

Das liegt neben Draisaitl vor allem an dessen Sturmpartner Connor McDavid. Der 22 Jahre alte Kanadier steuerte zum Auswärtssieg gegen Vancouver zwei Vorlagen bei und liegt in der Scorerliste mit 51 Punkten einen Punkt vor Draisaitl. Die beiden kongenialen Stürmer sind die ersten beiden Teamkollegen mit 50 Scorerpunkten in den ersten 30 Spielen seit der Saison 1996. Die "New York Post" erklärte die beiden zum Hauptfaktor dafür, dass die Oilers "schockierenderweise" zu einem Team geworden sind, das man "unbedingt anschauen" müsse. Die zwei seien "ein derart elektrisierendes Duo, wie es das in den letzten Jahren in der NHL nicht mehr gegeben hat".

Auf den Spuren von Wayne Gretzky

Draisaitl wurde schon zu seinen Zeiten in der kanadischen Juniorenliga der Spitzname "The German Gretzky" verpasst - in Anlehnung an Wayne Gretzky, der mit vier Stanley-Cup-Siegen in den 1980er Jahren einst zum besten Spieler der Welt wurde. Edmonton war damals nicht nur eine bekannte Gegend für Öl, sondern auch Nordamerikas erste Eishockey-Adresse. Gretzky, „The Great One“, war hier zu Hause – und hat heute vor dem Haupteingang des Rogers Place seine lebensgroße Statue stehen.

Draisaitl hatte vor zwei Jahren einen neuen, mit 68 Millionen dotierten Vertrag bis 2025 in Edmonton unterschrieben. Damals gab es durchaus kritische Stimmen, jetzt gilt er als Schnäppchen für die Oilers. "Wenn sein Vertrag jetzt auslaufen würde, könnte er rund zwölf Millionen im Jahr verlangen", schrieb die Tageszeitung Edmonton Journal. Bob Stauffer ist in Edmonton eine echte Institution. Er moderiert beim Radiosender 630 CHED in Edmonton montags bis freitags von 12 bis 14 Uhr die Sendung „Oilers now“. Für Stauffer ist Draisaitl bisher eine der Anwärter für den wertvollsten Spieler (MVP) der Saison.

Play-Offs sind wichtiger als die Torschützenwertung

"In den vergangenen zehn Jahren wurden 2100 NHL-Spieler gedraftet“ , sagt Stauffer. Der Draft ist die jährliche Verteilung der Nachwuchstalente in den nordamerikanischen Profiligen, Draisaitl wurde 2014 an dritter Stelle von den Oilers ausgewählt. "Von all diesen 2100 gedrafteten Spielern“ , sagt Stauffer, "hat nur einer 50 Tore in einer Saison geschossen. Leon Draisaitl. Ein Deutscher. Das ist eine ziemlich beeindruckende Story.“

Topscorer? Torschützenkönig? "Wär schon schön, mal zu gewinnen“, so Draisaitl. „Keine Frage.“ Doch was bringt ihm das, wenn er, wie in der vergangenen Saison, trotz grandioser Einzelstatistiken, wieder die Play-offs verpassen würde? Deshalb geht es Draisaitl vorrangig ums Team. „Spiele gewinnen, Play-offs erreichen, eine erfolgreiche Saison haben“ , lautet seine Maxime. Edmonton lechzt nach der ersten Play Offs-Teilnahme seit langem. "Die Stadt ist eishockeyverrückt. An jeder Ecke wird über die Oilers gesprochen, auf jedem Teich wird Eishockey gespielt. Das ist wie Fußball in Brasilien", sagt Draisaitl.

Ehrhoff schwärmt von Draisaitl

Bundestrainer Söderholm sieht für die kommenden Jahre noch immer Steigerungspotenzial. "Er trägt eine riesengroße Rolle in Edmonton und er übernimmt einen Haufen Verantwortung. Ich sehe ihn wieder einen Schritt besser als letztes Jahr", sagte der 41-jährige Finne.
"Er hat noch zehn Jahre Eishockey vor sich - ich glaube, dass er sich schon noch entwickelt. Das ist eine positive Sache." Bei der vergangenen Weltmeisterschaft hatte Söderholm den Ausnahmestürmer der Edmonton Oilers wegen seines Defensivverhaltens kritisiert. "Er hat sich zum absoluten Topstar der Liga entwickelt", sagte der Olympia-Zweite und frühere NHL-Profi Christian Ehrhoff: "Das ist großartig. Ich freue mich unheimlich für ihn."

Das wissen sie natürlich längst in Nordamerika. Die Späher der NHL sind Dauergäste in Mannheim, denn dort passiert seit geraumer Zeit viel. Leon Draisaitl hat hier im Nachwuchs gespielt. Und erst in der vergangenen Saison haben die Späher aus Nordamerika Moritz Seider aus Mannheim weggelockt, der Verteidiger ging im sogenannten Draft der NHL als Nummer sechs an die Detroit Red Wings. Die Rechte an Draisaitl sicherten sich vor ein paar Jahren die Edmonton Oilers an dritter Stelle. Und es ist wahrscheinlich, dass Tim Stützle im Frühjahr ähnlich hoch gehandelt wird beim NHL-Draft. In der NHL laufen schon die Planungen, wer der nächste Draisaitl werden könnte.

dpa, sid, Welt, Süddeutsche, Sportbild | Stand: 02.12.2019, 13:25

   
02.12.2019 13:25    Kommentare: 0    Kategorien: Sonstige News      Stichwoerter: nhl  draisaitl  
 
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