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Drei deutsche Handball-Nationalspieler haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Die Verunsicherung ist groß, auch in der

Handball in Zeiten von Covid-19

Coronafälle im Handball - Zweifel an WM nehmen zu

Drei deutsche Handball-Nationalspieler haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Die Verunsicherung ist groß, auch in der Handball-Bundesliga. Dort ärgert man sich über die Länderspiele - und die im Januar anstehende Weltmeisterschaft in Ägypten.

Frank von Behren hatte natürlich gerade keine Lust, über Ägypten zu sprechen. Dort findet im Januar die Handball-WM statt - so zumindest der Plan. Aber wird sie das wirklich? Nachdem am Donnerstag (12.11.2020) mit Juri Knorr ein dritter deutscher Nationalspieler innerhalb weniger Tage positiv auf das Coronavirus getestet worden war, hatte von Behren, der Manager des Bundesligisten GWD Minden, für den Knorr spielt, andere Sorgen. "Juri zeigt starke Symptome, damit ist nicht zu spaßen", sagte von Behren dem Sport-Informations-Dienst.

Irgendwann sprach von Behren dann doch noch über Ägypten und die Weltmeisterschaft. Er sagte, man müsse internationale Reisen in einer solchen Zeit doch ganz "stark infrage stellen". Und eine WM-Endrunde mit 32 Nationalmannschaften aus der ganzen Welt, die in geschlossenen Hallen gegeneinander antreten, das fand von Behren beinahe ein bisschen abwegig. Er sagte: "Die Austragung des Turniers kann ich mir im Moment nur schwer vorstellen."

Mit dieser Meinung steht von Behren nicht alleine da. Der Nationalspieler Hendrik Pekeler sagte, eine Austragung sei "eigentlich nicht vertretbar". Natürlich wird auch er die besorgniserregenden Zahlen kennen: Immer mehr Menschen infizieren sich mit dem Virus, in fast allen Teilen der Welt.

Bohmann hatte vor Länderspielen gewarnt

Christian Schwarzer, als Spieler Weltmeister 2007, hinterfragte bei "Spox" die Sinnhaftigkeit eines WM-Turniers unter den aktuellen Bedingungen. Er hält eine Austragung "aus jetziger Sicht für schwierig". Und der frühere Welthandballer Daniel Stephan forderte bei "Sport1", dass eine Absage des Turniers unbedingt diskutiert werden müsste. "Aber nicht nur in Deutschland, sondern innerhalb des ganzen Handball-Weltverbands", sagte Stephan.

Deutschlands Handballklubs, dieser Eindruck drängt sich geradezu auf, sind ohnehin nicht gut zu sprechen auf die geplante WM. Es ist ja nicht nur die Endrunde, über die nun diskutiert wird, man schaut auch ganz genau hin, wo sich Handballer mit Covid-19 infizieren und welche Auswirkungen das hat. Frank Bohmann, der Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL) sagte dem NDR, er habe früh vor Länderspielen gewarnt. "Solche Spiele finden natürlich unter einem erhöhten Risiko statt, weil die Spieler von überall her kommen."

Die HBL und der Ritt auf der Rasierklinge

Er habe beinahe damit gerechnet, dass es zu vermehrten Infektionen bei Länderspielen kommen werde, sagte Bohmann. Für die Liga allerdings erschwere das "den Ritt auf der Rasierklinge" noch einmal erheblich. Man sieht das gerade gut am Fall des Bundesligisten GWD Minden. Das Spiel am Donnerstagabend gegen den Bergischen HC wurde abgesagt, am Wochenende dürften weitere Spielausfälle folgen.

"Momentan weiß ich nicht, wie wir den Spielbetrieb in der Liga aufrechterhalten können", sagte der Mindener Manager von Behren, einst selbst Nationalspieler. Und womöglich deutet sich da gerade ein Interessenskonflikt an - denn die Interessen der Liga stehen denen des Deutschen Handballbundes (DHB) entgegen. Der Spielbetrieb in der Liga, sagt dann auch von Behren, sei "zweifelsohne unser höchstes Gut, das wir schützen müssen. Wichtiger auch als eine WM im Januar in Ägypten."

"Stehen vor riesigen Herausforderungen"

Es stellt sich in diesen Tagen nämlich auch eine Frage, die für den Handball von einiger Bedeutung sein wird: Kann überhaupt noch gespielt werden? Und wie lange? Bei einer Online-Krisensitzung am Freitagvormittag soll darüber entschieden werden, wie es weitergeht. Die Absage des gesamten Wochenend-Spieltags steht ebenso im Raum wie ein vorübergehender Liga-Lockdown.

"Wir stehen vor riesigen Herausforderungen und müssen die Lage mit dem neuen Kenntnisstand neu bewerten", sagte der Liga-Geschäftsführer Bohmann. Das Problem ist ja, dass es dem Handball gerade ein bisschen so geht wie dem Land Deutschland, nur ist der Maßstab ein anderer: Die Kontakte der Inifzierten jedenfalls lassen sich nicht immer zurückverfolgen, und das ist nie gut. In den Fällen der Nationalspieler Johannes Bitter, Marian Michalczik und Knorr geht man davon aus, dass sie sich bei einem Lehrgang der Nationalmannschaft infiziert haben.

Beim DHB werden sie die Entwicklungen mit einigem Unbehagen verfolgen, auch wenn der Vizepräsident Bob Hanning durchaus bemüht ist, einen ruhigen Eindruck zu hinterlassen. "Dass dies irgendwann mal passiert, davon war auszugehen. Wie im normalen Berufsleben oder in der Schule", sagte Hanning bei "Sport1". Von einer Verschiebung des Turniers möchte Hanning dann aber lieber nichts hören. Es sei, sagt Hanning, schließlich "sicherer eine WM durchzuführen als zum Beispiel Europapokal- oder Champions-League-Spiele, die uns durch ganz Europa reisen lassen."

Man kann das womöglich so sehen, doch die Frage ist ja eher, ob das überhaupt vertretbar ist: Eine Weltmeisterschaft auszurichten in Zeiten von Covid-19, immer in der Sorge, das Event könne womöglich zu einem Superspreader werden.

mit Material vom sid | Stand: 12.11.2020, 17:36

   
12.11.2020 17:36    Kommentare: 0    Kategorien: Sonstige News      Stichwoerter: deutschland  dhb  nationalmannschaft  coronafall kopie  
 
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